Akzeptanz von digital-gestützten Unterrichtskonzeptionen

eine Analyse in Abhängigkeit von den Unterrichtsmodi Fern- und Präsenzunterricht

Authors

  • Susanne Wessnigk
  • Julian A. Fischer Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN)
  • Knut Neumann Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN)
  • Daniel Laumann Universität Münster
  • Tatjana Stürmer-Steinmann

DOI:

https://doi.org/10.25321/prise.2026.1606

Abstract

Hintergrund: Fachdidaktische Forschung entwickelt und evaluiert fachdidaktische Innovationen wie bspw. digital-gestützte Unterrichtskonzeptionen. Voraussetzung für die Nutzung dieser Innovationen im Unterricht ist die Akzeptanz der Lehrkräfte. Untersuchungen zur Akzeptanz beziehen sich häufig auf die betroffenen Personen oder die Innovation selbst. Dabei wirken sich auch kontextabhängige Faktoren auf die Akzeptanz aus, bspw. kam es im Rahmen von Schulschließungen zu einer Umsetzung von Fernunterricht.

Ziel: Die folgende Studie reanalysiert Daten aus einem Transferprojekt und untersucht, inwieweit sich die Akzeptanz von digital-gestützten Unterrichtseinheiten in Abhängigkeit der Umsetzung zwischen Fern- und Präsenzunterricht (Unterrichtsmodi) unterscheidet und welche konkreten Faktoren eine mögliche Unterscheidung begründen. Dies kann bspw. für flipped-classroom Formate von Bedeutung sein.

Stichprobe/Rahmenbedingungen: Insgesamt wurden N = 39 Lehrkräfte in Deutschland im pre-post-Design zur Akzeptanz befragt und nach dem Einsatz interviewt (Präsenz N = 23 und Fern N = 16). Die Einheiten wurden in der Sekundarstufe I eingesetzt.

Design und Methoden: Die Akzeptanz wurde quantitativ mittels der Variablen aus dem Technologieakzeptanzmodell erfasst (TAM) und mittels Linear Mixed Effect Model wurden der Einfluss der Zeit und des Unterrichtsmodus (fixed effects) auf die Variablen aus dem Technologieakzeptanzmodell untersucht. Mit Hilfe einer multivariaten Regression zu den Zeitpunkten pre und post ist eine Aussage darüber möglich, ob die Lehrkräfte schon zum Zeitpunkt pre eine unterschiedliche Akzeptanz in Bezug auf die Unterrichtskonzeptionen aufwiesen und inwiefern der Einsatz und die Auseinandersetzung zu einer Veränderung des Einflusses beiträgt.

Für den Interviewleitfaden wurde ein bestehender Leitfaden zur Akzeptanz adaptiert. Zur Auswertung wurden im Vorfeld Kriterien für eine mögliche Akzeptanz basierend auf den bisherigen Forschungsergebnissen zu hemmenden und fördernden Faktoren deduktiv abgeleitet und in der Analyse um induktive Kategorien erweitert.

Ergebnisse: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Akzeptanz digital-gestützter Unterrichtskonzeptionen in den Gruppen Fern- und Präsenzunterricht unterscheidet, wobei nicht alle Variablen des TAM einen Einfluss aufzeigen. Auch zeigt sich, dass sich der Einsatz der digital-gestützter Unterrichtskonzeptionen vom Zeitpunkt pre zum Zeitpunkt post positiv auf die Akzeptanz auswirken kann. Entsprechende Unterschiede lassen sich mittels der Auswertung der Interviews begründen, wodurch sich mögliche Akzeptanzkriterien für unterschiedliche Unterrichtsmodi ableiten lassen.

Schlussfolgerung: Die ermittelten Akzeptanzkriterien unterschieden nach Fern- und Präsenzunterricht deuten darauf hin, dass unterschiedliche Kriterien bei der Entwicklung von Unterrichtsmaterial von Bedeutung sein können.  Diese Studie verdeutlicht, dass der Akzeptanzkontext auch ein fördernder oder hemmender Faktor bei der Implementation von Bildungsinnovationen darstellen kann.

Schlüsselwörter: Akzeptanz, Unterrichtsmaterial, Fern- und Präsenzunterricht

Published

2026-04-09

Issue

Section

Articles