Metaphern in fachwissenschaftlichen Ausführungen
Erkenntnisse für eine fachliche Klärung biologischer Phänomene
DOI:
https://doi.org/10.25321/prise.2026.1735Abstract
Hintergrund: Im Rahmen des Modells der Didaktischen Rekonstruktion findet u. a. eine sprachliche Analyse von Metaphern sowohl der Fach- als auch Lernendenperspektive statt. Metaphern dienen im Kontext naturwissenschaftlichen Lehrens und Lernens dazu, abstrakte, nicht erfahrbare Phänomene, wie z. B. die Immunreaktion bei einer Grippe, verstehbar zu machen. Bisherige Analysen fokussieren sich bzgl. der Perspektive der Fachwissenschaftler:innen (Fachperspektive) jedoch nur auf schriftliche Quellen, zur Analyse der Lernendenperspektive werden jedoch vorzugsweise mündliche Daten analysiert. Dadurch kommt es zu einer Diskrepanz hinsichtlich der zu vergleichenden Datenquellen und möglicherweise der darin enthaltenen Metaphern.
Ziel: Aus diesem Grund verfolgt die vorliegende Studie das Ziel, explorativ zu untersuchen, welche metapherngegenierenden Schemata in Datenquellen verschiedener Sprachmodi (schriftlich und mündlich) vorliegen und wie sich die Verwendung von Metaphern im fachwissenschaftlichen Kontext zwischen den Datenquellen zum Thema Immunreaktion bei einer Grippe unterscheiden.
Stichprobe: Als schriftliche Datenquelle werden zwei fachwissenschaftliche Lehrbücher und als mündliche Datenquelle leitfadengestützte Interviews mit zwei Hochschuldozierenden der Biologie herangezogen.
Design und Methode: Analysiert werden die beiden Datenquellen mithilfe eines mehrschrittigen Verfahrens bestehend aus einer inhaltlich-strukturierenden Qualitativen Inhaltsanalyse sowie systematischen Metaphernanalyse. Hierdurch kann herausgearbeitet werden, welche Metaphern in den beiden Datenquellen im Kontext welcher inhaltlichen Aspekte zur Immunreaktion bei einer Grippe verwendet werden. Zudem ist ein Vergleich beider Datenquellen hierdurch möglich.
Ergebnisse: Die Vielfalt an verwendeten metapherngenerierenden Schemata unterscheidet sich zwischen den beiden Datenquellen nicht. Allerdings verwenden die befragten Dozierenden in deutlich mehr inhaltlichen Teilaspekten Metaphern als es in den fachwissenschaftlichen Lehrbüchern der Fall ist. Hierdurch ist es möglich, die Teilaspekte von verschiedenen Perspektiven aus zu beleuchten und die verschiedenen Perspektiven miteinander zu vergleichen. Dies wird als Potenzial für fachliches Lernen und als hilfreich für die Unterrichtsplanung angesehen.
Schlussfolgerung: Für eine vollständige sprachliche Analyse im Rahmen einer Didaktischen Rekonstruktion ist es nicht ausreichend, für die Klärung der fachwissenschaflichen Perspektive ausschließlich schriftliche Quellen heranzuziehen. Die vorliegende Studie zeigt, dass durch ergänzende Interviews mit Hochschuldozierenden eine Erweiterung der metaphorischen Perspektiven auf das Phänomen der Immunreaktion bei einer Grippe erfolgt.
Schlagworte: Modell der Didaktischen Rekonstruktion, Fachliche Klärung, Sprachmodi, Metaphernanalyse, Immunreaktion
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